Ich habe Instagram gelöscht
und plötzlich wieder Luft bekommen
Ich habe an Weihnachten Instagram von meinem Handy gelöscht.
Mit ziemlich zwiespältigen Gefühlen. Denn Instagram ist auch mein Arbeitswerkzeug. Ein Kanal, über den ich sichtbar bin. Über den ich Menschen erreiche und meine Angebote teile.
Aber es hatte sich in eine Richtung entwickelt, die mir nicht guttat.
Das endlose Scrollen
Ich habe immer öfter einfach nur gescrollt. Mich abgelenkt. Zeit verloren.
Und am Ende war ich nicht mal entspannt. Sondern eher... leer.
Die Vergleichsfalle
Dann war da noch etwas anderes: der Vergleich.
Rational weiß ich, wie Social Media funktioniert. Menschen zeigen einen Ausschnitt. Ein kuratiertes Bild. Highlights, Ergebnisse, Ästhetik.
Aber das Unterbewusstsein macht da nicht mit.
Mein Kopf versteht: „Das sagt nichts über deine Expertise."
Aber meine alten Muster flüstern: „Du bist nicht gut genug."
Und zack: Grübeln. Selbstzweifel. Dieses altbekannte Gefühl, plötzlich wieder klein zu sein. Obwohl ich eigentlich genau weiß, was ich kann.
Der kalte Entzug (und was er mir gezeigt hat)
Das Löschen war ein bisschen wie ein kalter Entzug, wenn ich ehrlich bin.
Wie oft ich automatisch zum Handy griff nur um mich kurz abzulenken. Wie oft mein Daumen schon „wusste", wo die App ist. Obwohl sie nicht mehr da war.
Das war der 1. Aha-Moment:
Krass, wie sehr das eine Gewohnheit geworden ist.
Nicht bewusst. Nicht geplant. Einfach ein Reflex.
Der 2. Aha-Moment kam direkt danach:
Krass, wie viel Zeit ich plötzlich habe.
Nicht dieses „Oh, ich habe 5 Minuten übrig". Sondern echte, ruhige Zeit.
Zeit, die nicht vollgestopft war mit Input. Mit Meinungen, Reels, Tipps, Trends. Mit „Du musst noch...".
Zeit, in der mein Nervensystem nicht ständig auf Empfang war.

Weniger zugespült, weniger getriggert
Was mir am meisten gutgetan hat? Nicht nur die gewonnene Zeit.
Es war dieses Gefühl: Ich werde nicht ständig zugespült.
Denn selbst wenn man sich bewusst macht, dass Vergleichen blöd ist. Die Wirkung passiert trotzdem. Darunter. Unterschwellig.
Dieses leise „Die ist weiter. Die macht's besser. Ich müsste auch..."
Diese Anspannung, die sich in den Körper setzt. Ohne dass man es sofort merkt.
Und irgendwann ist man nicht mehr bei sich. Sondern bei allem, was andere tun.
Wenn alte Muster hochkommen
Bei mir hat das immer wieder alte Muster aktiviert: „Ich bin nicht gut genug."
Dieser Satz ist tückisch.
Er versaut nicht nur einen Moment. Er schiebt mein ganzes System in bekannte Bahnen: Selbstzweifel, Rückzug, Overthinking.
Nicht, weil etwas real falsch ist. Sondern weil das Gehirn gerne auf alten Autobahnen fährt, wenn es getriggert wird.
Was stattdessen passiert ist
Die Pause hat etwas verschoben.
Ich konnte mich wieder auf mich konzentrieren. Auf das, was ich brauche. Was ich will. Und worum es in meinem Business eigentlich wirklich geht.
Nicht um Lautstärke. Nicht um Dauer-Output. Nicht um „ich muss sichtbar sein um jeden Preis".
Sondern um echte Begleitung.
Um Räume, in denen Menschen wieder bei sich ankommen. Um emotionale Klarheit.
Um Selbstvertrauen, das nicht von Leistung abhängig ist.
Und ganz praktisch?
Ich habe vier Bücher gelesen.
Ich habe Zeit mit meinem Mann genossen.
Ich habe Silvester mit Freunden verbracht, ganz ohne nebenbei zu posten, zu dokumentieren oder „Content" zu denken.
Ich war einfach da. Ich war präsent.
Was ich daraus mitnehme
Ich schreibe das nicht, weil Instagram per se „schlecht" ist.
Sondern weil ich wieder gemerkt habe, wie fein unser System reagiert. Auf Input. Auf Vergleiche. Auf ständiges Außen.
Und wie schnell wir uns verlieren können, wenn wir ständig konsumieren.
Für mich war diese Pause ein Reset.
Ein Zurück zu mir. Zu meinem Tempo. Zu meinem Nervensystem.
Und auch zu meiner Arbeit aber auf eine andere Art: klarer, stimmiger, weniger getrieben.
Ob und wie ich Instagram wieder nutze? Das entscheide ich bewusst. Nicht aus Reflex.
Und du?
Vielleicht ist das eine kleine Einladung innezuhalten:
Tut dir der Input gut oder macht er dich eher unruhig?
Wenn du magst, schreib mir: Was würde dir gerade mehr gut tun weniger Input oder mehr Klarheit?
Von Herzen
Nicole
achtsam. machtvoll. frei.



