Warum ‚mehr machen‘ dein Nervensystem schützt
„Ich hab mir extra einen freien Tag genommen", erzählte mir eine Klientin. „Kein Plan, einfach mal nichts. Aber dann fing mein Körper an zu kribbeln. Mein Kopf wurde lauter. Und ich dachte: Das kann doch nicht sein. Ich wollte doch Ruhe."
Vielleicht kennst du das auch.
Du nimmst dir bewusst Zeit. Hältst inne. Lässt äußeren Druck los. Und dann passiert nicht Entspannung sondern innere Unruhe. Zweifel. Gedankenkreisen. Das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.
Für viele ist das der Moment, in dem sie denken: Dann war das Innehalten wohl falsch. Dann muss ich wieder schneller werden.
Dabei ist genau das ein sehr typischer Übergang.
Ruhe fühlt sich nicht automatisch entspannend an
Vor allem dann nicht, wenn dein System lange auf Anspannung eingestellt war.
Kaum wird es leiser, wird der Kopf lauter. Der Körper unruhig. Gedanken kreisen.
Das bedeutet nicht, dass Ruhe „nicht funktioniert". Es bedeutet, dass dein System gerade Sicherheit neu lernen muss.
Warum Ruhe für dein Nervensystem ungewohnt sein kann
Daueranspannung hat eine Funktion. Sie hält wach. Sie gibt Struktur. Sie vermittelt Kontrolle.
Wenn diese Spannung wegfällt, entsteht ein Raum, den viele nicht gewohnt sind zu halten.
Das zeigt sich oft als innere Unruhe, als Leere, als Zweifel. Oder als Bedürfnis, sofort etwas zu tun.
Nicht, weil etwas falsch läuft, sondern weil dein Nervensystem sich neu organisiert.

Innere Unruhe nach Entspannung ist kein Rückschritt
Viele interpretieren diese Phase als Zeichen von Scheitern. Dabei ist Unruhe nach Ruhe oft ein Hinweis auf Veränderung.
Sobald der äußere Druck nachlässt, wird die innere Wahrnehmung feiner. Gedanken, Emotionen und Spannungen, die vorher überlagert waren, werden spürbar.
Das kann verunsichern. Und genau deshalb wird dieser Zustand oft vorschnell beendet.
Warum viele nach dem Innehalten wieder schneller werden
Nach Ruhe folgt häufig Aktionismus. Nicht aus Klarheit, sondern aus Unsicherheit.
Neue To-do-Listen. Neue Entscheidungen. Neue Projekte.
Nicht, weil sie wirklich dran sind. Sondern weil Spannung vertrauter ist als Stille.
Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: zwischen Unruhe, die nach Handlung ruft – und Unruhe, die nach Halt ruft.
Nicht jede innere Spannung muss gelöst werden. Manche darf erst einmal gehalten werden. Ohne Erklärung. Ohne Bewertung. Ohne sofortige Entscheidung.
Was helfen kann, wenn Ruhe sich unsicher anfühlt
Wenn du merkst, dass Ruhe sich gerade nicht entspannend anfühlt, heißt das nicht, dass du etwas falsch machst. Es kann heißen: Dein Nervensystem stellt gerade um. Und Umstellung fühlt sich selten ruhig an.
Manchmal braucht es in diesen Phasen keinen nächsten Schritt, sondern einen sicheren Raum. Einen Raum, in dem du nicht funktionieren musst. In dem nichts optimiert wird. In dem du einfach sein darfst.
Wenn du merkst, dass du gerade innerlich auf ‚mehr machen‘ schaltest, obwohl du eigentlich Ruhe brauchst, ist das kein Zufall.
Der Soul Circle „Zwischenraum“ ist genau dafür da:
ein Ort zum Ankommen im Nicht-Wissen.
Ohne Druck. Ohne Ziel. Ohne etwas leisten zu müssen.
Wenn dich das ruft, findest du hier alle Informationen.



